Anpassen statt abwarten: Klimawandel im organisierten Sport
Shownotes
Sport findet bekanntlich indoor und outdoor statt und beides ist von den Folgen des Klimawandels betroffen. Gerade Hitze und veränderte Umweltbedingungen stellen Sportler*innen, Vereine und Verbände zunehmend vor neue Herausforderungen. In der letzten Folge der vierten Staffel widmen wir uns dem Projekt „Klima wandelt Sport: Anpassungsstrategien für Sportler*innen, Sportverbände und -vereine“ des Deutschen Olympischen Sportbundes und werfen einen Blick auf konkrete Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Sportarten. Wir sprechen mit Badminton-Nationalspielerin Miranda Wilson und Anne Portscheller von KATE Umwelt & Entwicklung e.V. über das Projekt Cool Court des Deutschen Badminton-Verbandes. Anschließend geht es mit Orientierungslauf-Nationalathlet Bojan Blumenstein um die Auswirkungen des Klimawandels auf naturnahe Sportarten. Abschließend sprechen wir mit Rugby-Nationalspielerin Esther Tilgner über das Klimaanpassungskonzept von Rugby Deutschland im Rahmen der Hamburg 7s. Unsere Erkenntnis: Klimaanpassung im organisierten Sport ist längst keine Zukunftsfrage mehr – sie ist eine zentrale Voraussetzung, um Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.
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00:00:00: Schnellere Ermüdungen, schnellere Erschöpfung.
00:00:03: Wenn es so richtig heiß ist, schnellen trockenen Mund also.
00:00:06: man nutzt dann auch gerne jede kleinere Unterbrechung um nochmal Flüssigkeit reinzukriegen.
00:00:19: Wenn wir an den Klimawandel denken, dann assoziieren wir damit vielleicht zunächst schmelzende Polkappen oder größer werdende Wüsten.
00:00:27: aber nicht nur diese Extreme sind natürlich vom Klimawandel betroffen sondern jeder einzelne von uns auf diesem Planeten und Das heißt eben auch, dass sich das Sport treiben.
00:00:37: Dass bewegen die körperliche Aktivität unter gewissen Bedingungen verändern wird und Hitze ist eine dieser Bedingung.
00:00:45: Herzlich willkommen zur Gesund in Sportdeutschland!
00:00:47: Euren Podcast für Sportbewegung und Gesundheit der mich jetzt schon reichlich ins Schwitzen bringt.
00:00:53: mir läuft unter den Kopfhörern schon der Schweiß denn bei thirty-six Grad Außentemperatur hier in Frankfurt am Main wo mein kleines Podcaststudio steht Da treibt es mir die Schweißperlen auch ohne körperliche Aktivität auf die Stirn.
00:01:08: Heute habe ich eine ganz besondere Folge für euch, denn wir gehen ein wenig auf Reisen und besuchen gleich drei Stationen, die sich mit dem Klimawandel im Sport auseinandersetzen bzw von ihren Erfahrungen berichten.
00:01:22: Hintergrund ist das Projekt Klimawandel Sport des Deutschen Olympischen Sportbundes, bei dem es darum geht Anpassungsstrategien für Sportlerinnen, Sportverbände und Vereine zu erarbeiten.
00:01:35: Es gibt drei Pilotprojekte von denen ich mehr erfahren möchte – und wir beginnen dort wo man Klimawandel vielleicht am wenigsten erwartet in der Sporthalle!
00:01:53: Das erste Pilotprojekt, den wir uns widmen möchten, stammt vom deutschen Bettmittenen-Verband und heißt CoolCord.
00:01:59: Wir begrüßen Anne Porchella die seitens des Vereins Karte Umwelt und Entwicklung eV das Projekt CoolCort begleitet.
00:02:06: Hallo Anne Grüß dich!
00:02:07: Hallo zusammen
00:02:08: Und ich freue mich sehr dass Bettminton Nationalspielerin Miranda Wilson sich zuschalten konnte gerade zurückgekommen aus Tschechien gleich bald auf der Weiterreise nach Bootsen und Ende August dann die Weltmeisterschaft in Indien wo sie sich ganz intensiv vorbereitet.
00:02:21: hallo
00:02:22: Hallo.
00:02:23: Anne, Hitze-Perioden nehmen Deutschland und weltweit zu?
00:02:28: Welche Rolle spielt das Thema Hitze jetzt inzwischen im badminton Sport?
00:02:34: Es ist gut dass die Frage jetzt stellt's!
00:02:36: Inzwischen spielt es Thema eine Rolle auch offiziell dank des Projekts, dass wir dieses Jahr gestartet haben.
00:02:43: Bisher zuvor, allerdings wenn man ganz ehrlich ist tatsächlich noch gar keine so große Rolle.
00:02:49: Weil insgesamt das Thema Hitze im Sport oft nicht so wahrgenommen wird wie es eigentlich wahrgenommen werden sollte weil man sich da immer ein bisschen durchbeißdurchkämpft.
00:03:01: und das wollen wir jetzt mit dem Projekt systematischer angehen und auf zeigen dass es bereits eine Rolle spielt und auch auf zeigen dass in Zukunft auch noch ne viel viel stärkere Rolle spielen wird.
00:03:14: Jetzt denkt man ja bei Sporthallen auch nicht unbedingt erstmal an die Hitzeeinwirkungen, die von außen so reinkommen.
00:03:20: Aber viele Sporthalle sind ja gar nicht klimatisiert beispielsweise.
00:03:23: also es wird schon ein Problem.
00:03:25: Ja ich hatte in Vorbereitung auf das Projekt einmal geschaut.
00:03:28: Es gibt da keine Statistik darüber wie viele klimatisierte Hallen es in Deutschland überhaupt gibt.
00:03:33: und was wirklich sehr unterschätzt wird ist ja raus aus dem Sonnenlicht in eine geschützte Halle.
00:03:40: wenn dann aber ein Wettkampf stattfindet und hundert Athletinnen in der Halle sind.
00:03:45: Und vielleicht auch noch Betreuungspersonal, Coaches usw.
00:03:49: Und den ganzen Tag die Halle möglichst auch von Wind abgeschottet wird, Türen zu sind.
00:03:54: Denn es ist nicht nur warm und heizt sich auf und wird stickig sondern auch die Luftfeuchtigkeit steigt enorm an.
00:04:01: Dann wollen wir die Expertin natürlich gleich fragen, wenn wir schon eine Badminton-Nationalspielerin im Podcast begrüßen dürfen.
00:04:07: Welche Erfahrungen Miranda hast du selbst gemacht mit Wettkämpfen?
00:04:11: Trainings, die vielleicht unter großer Hitze in der Halle stattgefunden haben?
00:04:16: Also
00:04:16: es ist jetzt...
00:04:17: Bettman-Sport immer ganz interessant, weil wir natürlich outdoor sind.
00:04:20: Wir sind nicht wie die Leichtertleten oder auch andere Sportarten der direkten Hitz und Sonne ausgesetzt.
00:04:25: aber gerade in diesen heißen Monaten in Europa merken wir schon dass die Hitze einen Einfluss hat und eine Auswirkung auf unser Training und auch auf Wettkämpfe.
00:04:37: Und da muss man auch einfach mal sagen Anna hatte gerade erwähnt wir wissen nicht wie viele Hallen klimatisiert sind also der Großteil der Bettmintoniere sei es kleine nationale also so regionale Turniere oder auch schon internationale, finden nicht in klimatisierten Hallen statt.
00:04:53: Das ist wirklich erst ab World to Level, dass man dann in den großen Arenen spielt wo eine Klimaanlage ist und da natürlich auch nochmal andere Bedingungen sind weil der Wind entsteht und ja man sich taktisch mit dem Ball anpassen muss.
00:05:06: aber die meisten Hallen sind im Sommer werden ultra heiß.
00:05:10: Ein Umgang im Verband gibt es bisher noch nicht offiziell damit und da sind wir drauf und dran, dass wir jetzt eben Daten sammeln und uns damit beschäftigen.
00:05:19: okay wie dort wirkt sich das eigentlich auch auf den Sport aus?
00:05:23: und was müssen wir tun?
00:05:24: Kannst du nochmal den Unterschied schildern zwischen Training und Wettkampf?
00:05:27: macht das ein Unterschied Hitze im Training oder Hitze in Wettkämpf?
00:05:32: Ich
00:05:32: finde das im Training macht es insofern viel aus weil wir sehr viele Trainingsvolumen
00:05:38: haben.
00:05:39: Ein Spiel dauert jetzt nicht drei Stunden, lange Wettman dauert es irgendwas zwischen dreißig und vielleicht auch achtzig Minuten wenn's lang wird.
00:05:47: Und wir haben wesentlich mehr Trainingsvolumen in der Hitze.
00:05:50: das heißt wir müssen uns natürlich auch gut ernähren Wir müssen viel trinken, wir müssen gut regenerieren zwischen den Einheiten und dass ist total schwer wenns einfach mega heiß wird und ja wir dann eben auch tagsüber trainieren.
00:06:02: Und im Wettkampf ist es halt noch eine ganz andere Situation, da steigt die Anspannung des Adrenalin.
00:06:06: Man kann sich nicht aussuchen wann man spielen möchte sondern spielt so wie der Zeitplan gelegt ist.
00:06:12: und das kann eben dann morgens um neun sein wenn's noch ein bisschen kürter ist.
00:06:15: aber es kann auch um fünfzehn Uhr sein wenn halt ja die Sonne oben steht.
00:06:19: und dass dann bis zu achtunddreißig Grad oder so in der Halle werden ist tatsächlich auch so bei einigen Jugendturnieren.
00:06:27: Zum Beispiel im Juni sind super viele Jugendturniere in Deutschland und ich habe jetzt schon von einzelnen Spielerinnen und Trainerinnen gehört, dass die Hitze wirklich stark wird und sie befürchten das es wieder an die Vierzig Grat in der Halle geben könnte.
00:06:42: Und das ist dann natürlich schwer zu managen weil man muss aufs Feld, man kann sich das nicht aussuchen.
00:06:48: Wie persönlich bereitest du dich vor wenn du weißt es kommt eine Hitze Situationen?
00:06:55: Ich habe selber ganz viel gelernt durch Erfahrung über die Jahre und natürlich auch einfach mich informiert von anderen Spielern, gelernt was die machen.
00:07:05: Das Allerwichtigste ist natürlich, dass man über den Tag verteilt einfach genug trinkt.
00:07:11: Weil wenn man als Sportler zu wenig Flüssigkeit zuführt, also das merkt man ja auch schon als Nichtsportler... ...das wirkt sich aus auf die Leistungsfähigkeit, auf so die Kognitive und auch so die körperliche Leistungspfähigkeit.
00:07:24: Das ist extrem wichtig, weil man schwetzt so viel und muss natürlich auch gucken genug Elektrolyte reinzubringen.
00:07:29: Und gerade junge Spieler wissen das oft noch nicht und machen dann den Fehler, dass sie vielleicht nur Wasser trinken und gar nicht merken, dass ihr ja Elektrolithaus halt dann total schlecht dasteht und die dann auf einmal total träge sind oder müde auf dem Feld oder einfach nicht mehr können.
00:07:46: Ja?
00:07:46: Es kann auch sein es gibt auch Sportle, die da kollabieren also... Es ist wirklich gefährlich.
00:07:51: und was ansonsten auf jeden Fall sehr wichtig ist, ist Ausruhen zwischen Matches.
00:07:57: Nicht zu viel machen, nicht zuviel rausgehen.
00:07:59: Wirklich kühle Orte suchen, dass das inturnieren... Nicht immer so einfach, aber es gibt immer wieder irgendwo einen kühlen Korridor wo man sich ein bisschen ausruhen kann.
00:08:07: Und was natürlich die Asiaten auch viel machen, die sehr gute Batman sind ist dass sie haben oft auch Eis-Packs am Feld und halten sich das in den Nacken weil das natürlich auch das zentrale Nährungssystem beeinflusst.
00:08:20: Das sieht man auch immer wieder.
00:08:21: also dass man wirklich diese widerverwendbaren Eisbeutel hat wo man einfach Eis reinfüllt und das kommt dann ja auf Knie oder in den Lacken und das hilft auf jeden Fall runter zu küheln.
00:08:31: Ein Eisbeutel könnte ich auch schon gebrauchen beim Frankfurter Hitze-Sommer, in dem ich gerade sitze hier im kleinen Studio.
00:08:37: Anne wie ist das denn?
00:08:38: Jetzt haben wir gehört sportmedizinisch ist es alles gar nicht so ohne.
00:08:43: gibt's da bereits Richtlinien oder Empfehlungen im badminton Sport für Vereine und Trainerinnen?
00:08:51: Sehr gute Frage tatsächlich nämlich nicht!
00:08:54: Wir haben im Zuge des Projekts uns intensiv mit einer Recherche damit beschäftigt was es generell für Regularien, Guidelines und Abbruchskriterien wie auch immer gibt.
00:09:03: Und waren erstaunt, dass es im Bereich des Batman-Sports bis hoch zum Weltverband eigentlich fast gar keine Regelungen dazu gibt.
00:09:11: Es gibt einen Temperaturkorridor der vorgegeben wird.
00:09:14: Achtzehn bis dreißig Grad sollten's mit dem Medialfall in der Halle sein.
00:09:19: Was aber außerhalb dieser Zonen passiert ist nicht geregelt.
00:09:23: Das sind sozusagen nur die Vorgabe für die Temperaturen.
00:09:27: was wir sozusagen jetzt machen ist.
00:09:29: Wir haben einerseits gerade noch eine bundesweite Befragung an alle Sportlerinnen, alle Rollen von Breiten bis zum Leistungssport für Coaches, SchiedsrichterInnen online wo wir gerade fragen wollen wie betroffen es denn eigentlich die deutsche Community?
00:09:44: Wie betroffen fühlt sie sich?
00:09:46: Was wird auch schon gemacht?
00:09:48: Was gibt's für Anpassungsstrategien?
00:09:50: weil es offensichtlich kein Regelwerk gibt.
00:09:53: Und gleichzeitig haben wir auch seitens des Verbandes uns die Turnierstrukturen jetzt mal angeschaut und zwar haben wir geschaut, wie haben sich über den letzten zwanzig Jahre die Turnieverläufe entwickelt.
00:10:04: Wir haben das die komfortable Situation dass viele aktiven Runden im Herbst in Frühlingsmonaten stattfinden der aktive Rangnissen- und Wettkampfbetrieb ist aber außerhalb der Bundesliga außerhalb dem Mannschafts Betriebe über das ganze Jahr.
00:10:20: Was wir sehen können, ist der Batman-Sport erfreut sich größerer Begeisterung.
00:10:24: Es gibt immer mehr Wettkämpfe jedes Jahr was tolles für den Sport das aber auch bedeutet dass innerhalb der Monate Mai bis September durchgespielt wird.
00:10:33: tatsächlich und zwar vielmehr als uns bewusst war es finden viele Ranglisten statt auch für diese junge Menschen auch für die Altersklassen in den warmen Sommermonaten Und da eben auch eine Zunahme dieser Veranstaltung.
00:10:48: vor diesem Hintergrund immer mehr Wettkämpfe, auch im Sommer.
00:10:52: Keine Regularien haben wir uns jetzt eben auf den Weg gemacht zu schauen wo gibt es dann Regularien?
00:10:57: Und was wir soweit gefunden haben waren Abbruchskriterien in Australien für Hitzebedingungen.
00:11:03: da gibt's wirklich das erste regionale Konzept dazu weil es in Australiens auch einfach verpflichtend ist weil sie insofern schon weiter sind als wir hier vor Ort in Europa.
00:11:12: zwar erhitzt sich Europa im Vergleich der Rest der Welt sehr schnell sehr stark in den nächsten Jahren und hat es bereits Dort ist aber der Umgang mit Hitze schon viel länger einfach geografisch bedingt notwendig.
00:11:24: Und in so einem Dreiklang versuchen wir diese Regularien jetzt eben innerhalb des Verbands als Empfehlung auszusprechen und dann hoffentlich auch mit Ende des Projekts, mit Ende der Laufzeit an das Regelwerk zu übernehmen.
00:11:38: Da kommen die tollsten Vorschläge wirklich aus der Community selbst gelebte Gemeinschaft was uns wichtig ist innerhalb dieser Projekte zu hören.
00:11:46: Was wird gemacht?
00:11:47: Wie kühlen Sie Vorschläge, Regeländerungen auch den Bedarf aufzuzeigen?
00:11:52: und jetzt mal ganz kurz eine erste Blitzbilanz sozusagen aus der Befragung fühlen sich über sechzig Prozent der Aussage Zutreffend oder mindestens zutreffen?
00:12:04: würden sie zustimmen, dass das Thema Hitze in Zukunft noch viel relevanter wird für den Sportbetrieb.
00:12:10: Und allein so eine kleine Zahl oder eine Aspekt von dem Zahlenwerk, das wir erheben zeigt eben, dass es nicht nur notwendig ist von den außereren Bedingungen weil's sehr warm ist sondern auch, dass die Gemeinschaft sich auch da einen Umgang damit wünscht.
00:12:25: und deshalb machen uns der jetzt auf den Weg gemeinsam.
00:12:28: Es sind tolles Projekte und eine wichtige Initiative, die der Deutsche Badminton-Verband ergreift.
00:12:33: Jetzt wollen wir es vielleicht nochmal abrunden mit einem Blick darauf.
00:12:37: Was wünscht du dir von Veranstaltern?
00:12:40: Die Turniere in Hallen ausrichten?
00:12:42: was könnten sie tun damit ist ja auch bei Hitze ein bisschen erträglicher wird?
00:12:48: Das ist eine gute Frage.
00:12:49: also ich denke das ist eine Gemeinschaftsleistung dass sich da alle gesund durchkommen.
00:12:53: denn was steht am Ende im Mittelpunkt sei es Breitensport oder Leistungssport ist halt der Sport selbst, sie freute daran und wir wollen Wettkämpfen uns messen aber vor allem auch gesunder wieder rauskommen aus den Turnieren.
00:13:06: Und deswegen wäre es super wichtig dass wir halt einmal Ausrichtern und Vereinen helfen als Verband wie Sie Informationen vielleicht auch bereitstellen können was Sie den Teilnehmerinnen alles mitteilen können.
00:13:19: und ja das ist eben ausreichend einfach.
00:13:20: Verpflegung auf den Turnien gibt gegebenenfalls vielleicht auch muss man dann kurze Pausen einbauen, wo dann eben gelüftet wird.
00:13:30: Dass einfach die Spielbedingungen so sind dass ja auch die Athleten da nicht krass drunter leiden.
00:13:36: das wäre wünschenswert aber ist natürlich je nach Halle und je nach Turnier nicht immer möglich.
00:13:41: Ich könnte noch viel länger mit euch beiden sprechen Aber die nächste Station ruft schon sagt vielen herzlichen Dank an Anne und Miranda.
00:13:47: Herzlichen Dank fürs Gespräch.
00:13:49: Vielen vielen danke
00:13:50: Danke dir.
00:13:51: Wenn schon in der Halle neue Bedingungen entstehen, wie wird es wohl dann dort aussehen wo Sport direkt in der Natur stattfindet?
00:13:59: Auf zur nächsten Station.
00:14:07: Im Orientierungslauf ist die Umgebung nicht nur Kulisse, sie ist Teil des Sports.
00:14:12: Ich freue mich sehr, dass er heute seine Perspektive mit einbringen wird!
00:14:15: Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Orientierungsläufer, startet für den USC Kassel und die deutsche Nationalmannschaft – und hat Deutschland schon bei den World Games würdig vertreten?
00:14:25: Ein herzliches Hallo an Bojan Blumenstein!
00:14:28: Ja, vielen Dank!
00:14:29: Bevor
00:14:30: wir loslegen, Bojan, müssen wir vielleicht einigen Hörerinnen den Sport etwas einordnen.
00:14:35: In einem kurzen Satz – was ist Orientierungslauf?
00:14:38: für diejenigen, die ihn noch nicht kennen?
00:14:40: Im Orientierungslauch geht es darum so schnell wie möglich eine Strecke von A nach B zu finden.
00:14:46: Dabei müssen gewisse Kontrollpunkte angelaufen werden und im Startaugenblick bekommt man eine Karte wo diese Kontrollpunkte eingezeichnet sind.
00:14:54: dann geht's ja!
00:14:55: Quer durch den Wald, schnellsten Weg zum ersten Kontrollpunkt, zweiten, dritten und so weiter bis ins Ziel.
00:15:02: Wer am schnellsten die Bahn absolviert hat gewonnen und die Route von von Kontrollpunk zu Kontrollpunk kann man sich dabei selber aussuchen.
00:15:10: aber eine Rehe geht jetzt direkt quer kurzeste oder schnellste Route durch den Wald durch.
00:15:16: Ja, auch im Orientierungslauf gibt es eine Arbeitsgemeinschaft die das Projekt Klima-Kompass gestartet hat und systematisch die Auswirkungen auf diese Sportart untersucht.
00:15:25: Und da wären wir auch gleich beim Thema.
00:15:27: Bojan du hast bei internationalen Meisterschaften schon Wettkämpfe unter wirklich extremen Bedingungen auch erlebt?
00:15:31: Wie erinnerst Du Dich an die Rennen bei großer Hitze?
00:15:35: Äh ja also bei uns ist die Hauptsaison Sommer über.
00:15:37: Das heißt es ist recht üblich dass das große Hitze bei den Wettkämpfen vorhanden ist.
00:15:42: aber ich erinnere mich vor allen Ja, vier große internationale Wettkämpfe wo es wirklich sehr extrem war und das erste ist vielleicht ein bisschen überraschend.
00:15:52: Im Jahr zwei Jahrzehnte Studenten wären wir in Finnland.
00:15:55: Ein Land was eigentlich nicht dafür bekannt ist für eine große extreme Hitze.
00:15:58: aber dort waren wahnsinnige Hitzewelle und alle Rekorde gebrochen.
00:16:02: Und ich erinnere mich vor allen daran weil ich überhaupt nicht darauf vorbereitet war und dass so mein erster Kontakt damit war, dass die Hitz nämlich richtig erdrückt hat und ich sehr schlechter, sehr viel schlechter performt habe wie ich eigentlich zu der Zeit inform war.
00:16:20: Genau dann bin ich zweimal World Games gelaufen, einmal in Berminghan, Alabama und letztes Jahr in Chengdu in China und beides Orte wo es sehr heiß war und sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
00:16:36: in Chengdiu noch mal eine ganze Ecke extremer.
00:16:40: Vor allem in Birmingham waren wir eine ganze Woche vorher da und man konnte sich gut an die Hitze akklimatisieren.
00:16:48: Ich erinnere mich, dass es sehr extrem war vor allen Dingen die Mitteldistanzen, aber ich habe das ziemlich gut verkraftet.
00:16:56: Dann gab's noch eine EM in Ungarn auch dort oft sehr, sehr warm, im Jahr zwanzig.
00:17:02: Aber sehr trockene Luft hatte ich gut aklimatisiert, aber ich weiß dass viele dort am Struggeln waren mit der Hitze.
00:17:14: und eben wie gesagt die World Games letztes Jahr wo es wirklich sehr extrem war vor allem durch die extreme Luftfruchtigkeit komplette Windstille auch keinen Schatten dort wo der Wettkampf stattgefunden hat.
00:17:27: Und ja das war schon mit Abstand der extremste Wettkämpfe nicht nachher.
00:17:32: Ja, bleiben wir doch gleich nochmal dabei.
00:17:34: Bei den World Games in Chengdu hast du gesagt – ich hoffe, ich zitiere dich richtig – dass die Hitze die Gehirnfunktion regelrecht beeinflusst hat?
00:17:41: Wie äußert sich das mitten im Orientierungslauf?
00:17:45: Das hat sich bei mir vor allem ganz am Ende geäußert erst.
00:17:49: Also das allererste was ich äußerte ist v.a.
00:17:51: physisch, dass man völlig physisch fertig ist.
00:17:54: aber zum Schluss als es so auf das letzte Letzte Fünftel, letzte Sechstel des Wettkampfs zugegen habe ich richtig gemerkt wie viel oft auf die Karte gucken musste.
00:18:07: Normalerweise hat man einen Kartenkontakt und kriegt einiges davon mit und kann einiges zuordnen im Gelände und kann in vollem Tempo dann da durchlaufen.
00:18:16: aber bei mir war es sich guckte auf die karte und zwei Sekunden später hatte ich schon vergessen was habe ich eigentlich?
00:18:22: wo bin ich überhaupt?
00:18:22: Was habe ich mir gerade angeguckt und musste ständig stoppen, es ging deutlich langsamer.
00:18:28: Eine Sache die mir vor allem aufgefallen ist als ich im Ziel war wir haben so elektronische Chips an der Hand wo die Posten registriert werden.
00:18:38: das läuft so ab dass man dort im Abstand von zwanzig Zentimetern an diesen Posten vorbei also einfach mit der Hand langwischt.
00:18:45: Also das funktioniert touch-free Und es gibt aber noch ein Backup System.
00:18:49: Falls dieses Touch-Free nicht funktioniert dann kann man auch manuell Den Posten stempeln sagt man, also da ist ein kleines Loch drin und dann steckt mein Schiff da rein.
00:18:57: Und dann kann man das stempelen.
00:18:58: wie beim Autoschlüssel die Batterie alle ist gibt es ja auch so ein Backup-System.
00:19:03: Und aus irgendeinem Grund habe ich bei den letzten vier fünf Posten nicht mehr dran gedacht dass sich einfach an dem Posten vorbei rennen kann sondern haben wirklich angefangen alle Posten so manuell zu stempeln.
00:19:14: und irgendwie war meinem was natürlich viel viel länger dauert wo man an jedem posten eins zwei sekunden dadurch verliert.
00:19:20: aber Ja, irgendwas war da nicht ganz in Ordnung.
00:19:25: Du trainierst und lebst in Norwegen wo die klimatischen Bedingungen ja durchaus ganz anders sind?
00:19:30: Du hast ja für ihn auch das Beispiel gebracht.
00:19:32: In Finnland ist es eigentlich eher die Ausnahme mal so einen heißen Lauf zu haben.
00:19:37: Wie bereitest du dich dort auf Hitze vor?
00:19:40: also du trainierste ja quasi klimatisch unter kühleren Bedingung als dir vielleicht im Wettkampf begegnet.
00:19:46: Also im Optimalfall reist man, wie ich schon gesagt habe in Birmingham einiges früher an.
00:19:51: Wenn man weiß, wie das Klima da ist und bereit sich dort verort auf das Klimafor, aber das ist natürlich nicht immer überall möglich oder teilweise kommt ja auch so eine Hitzewelle sehr akut und es ist einfach vielleicht nicht so heiß im Vorhinein Und vor allem sowohl China als auch Birmingham Als auch in Ungarn haben wir mich vorher darauf vorbereitet einmal die heißeste Tageszeit abzufangen.
00:20:15: Also auch hier in Norwegen kann es relativ warm werden, aber dann gut mit Kleider einpacken, Wollunterhemd, Wohlpolieriegenjacke drüber, lange Hose und ja ist sehr unangenehm sieht sehr albern aus im Sommer.
00:20:31: Aber ich denke das hat auf jeden Fall einen Effekt
00:20:34: Wenn du morgens aufwachst an der Wettkampfstätte und weißt, heute wenn es deutlich über thirty-fünf Grad vielleicht auch.
00:20:40: Was machst du anders, wenn du an so einen Wettbewerb rangehst als sonst?
00:20:44: Also erst mal am Wettkämpftag selber, denke ich, gilt es sich lange wie möglich in akklimatisierten Räumen aufzuhalten und eben diese Hitze so lange rauszuschieben wie nötig.
00:20:57: da natürlich viel trinken, viel Elektrolyte, Salze Einiges an Sportgetränken, nicht nur Wasser.
00:21:06: Auch schon am Tag vorher eigentlich.
00:21:09: Dann habe ich immer Sonnenschutz auch im Kopf natürlich.
00:21:13: Gerne ein Handtuch was kaltes Wasser nachts über dem Kühlschrank irgendwie in einer Plastiktüte drinnen und dann nehme ich mir das mit zum Vorstart und hab dann ein kühles Handtuck, was ich mir umhängen kann.
00:21:27: Kaltige Tränke gerne.
00:21:28: Thermosflasche funktioniert ja, wird normalerweise für um Tee warm zu halten benutzt.
00:21:33: Funktioniert genauso auch andersrum.
00:21:35: also schön eiskaltes Wasser in die Thermoskanne dass man die noch kurz vom Start hat und was vor allem Learning ist, v.a.
00:21:44: aus der von der Schlendenwäme in Finnland ist eben das Warm-up wirklich kurz hält.
00:21:50: Also normalerweise hat man so eine halbe Stunde vorher auf jeden Fall wo man sich aufwärmt und ein paar bisschen Intensität reinbringt.
00:22:00: Aber bei richtig extremer Hitze, da schalte ich das runter auf ein Minimum und es ist deutlich wichtiger den Körper kühl zu halten als dass man unnötig viel Zeit draußen in der Sonne verbringt.
00:22:11: Jetzt ist der Klimawandel ein Fakt?
00:22:14: Es wird eher schwieriger als besser nach den Diskussionen um die Bedingungen bei den internationalen Wettkämpfen.
00:22:20: was müssen aus deiner Sicht Veranstalter besser machen zukünftig
00:22:25: also?
00:22:26: Ich denke das Veranstalter sehr viel richtig und gut machen eigentlich.
00:22:31: Also wenn ich mich zurück erinnere an die Wettkämpfe, wo es wirklich jetzt extrem war zum Beispiel das erste Mal wie gesagt in Finnland kann ich mich sehr gut erinnern wie man das Ziel kam und dort hatten sie so einen Schlauch aufgebaut der schon so ein Torbogen lang geht mit oben lauter Löchern drinne und richtig kaltes Wasser so eine Dusche wo man dann direkt durch ist.
00:22:51: Das hatten ja natürlich nicht von Anfang an geplant aber als Sie gemerkt haben was da so eine Hitzewelle kommt haben wir halt lauter so Sachen, auch in extra Getränkeposten.
00:23:00: Und als ich denke Veranstalter haben sehr viel richtig gemacht aber es ist vor allem wichtig dass das auch so beibehalten wird und zugesehen wird, dass es ja genug Getränkeposten gibt.
00:23:11: unterwegs also auf so ein langes Zanz im Orientierungslauf ist man gut neunzig bis hundert Minuten unterwegs und dort muss man zwischendrin Zwischendrin trinken und das oft genug Getränkepost nehmen.
00:23:24: da sind, dass es sowohl akklimatisierte Bereiche gibt.
00:23:30: Sowohl Form-Start als auch im Ziel – auch das war wirklich in China Chengdu eigentlich super!
00:23:36: Dort hatten sie direkt im Ziel Zelte mit Akklimitisierung und auch Formstart so dass man direkt dort reinkonnte sich abkühlen.
00:23:46: Also mir fällt nicht so richtig Wir fallen nicht so richtig Sachen ein, wo ich sagen würde hier haben die Veranstalter wirklich versagt sozusagen oder haben eine schlechte Arbeit gemacht.
00:23:55: Aber wenn diese Sachen eben nicht gemacht werden würden dann wäre es auf jeden Fall
00:23:59: kritischer.".
00:24:00: Das ist gut zu hören dass die Veranstalter das schon mit auf dem Schirm haben.
00:24:05: Abschlussfrage an dich schon!
00:24:07: Glaubst du, dass die größte Herausforderung der Zukunft im Orientierungslauf nicht unbedingt die Konkurrenz sein wird sondern die Anpassungen an immer extremere Wetterbedingungen?
00:24:17: Ja, also dass die Anpassung an extreme Wetterbedingungen immer eine wichtige Rolle spielen wird ist ein Fakt.
00:24:26: Das ist ganz klar.
00:24:28: Allerdings ist natürlich so was wie Training, Regeneration und sowas.
00:24:32: Es wird immer eine Rolle spielen.
00:24:34: Und so Wettkämpfe werden natürlich nicht immer unter extremen Bedingungen stattfinden sondern teilweise auch unter normalem.
00:24:40: So gesehen würde es natürlich sehr variieren aber vor allem bei den Wettkämpfen wo es eben sehr extrem starke starke Hitze vorhanden ist, ist es wahrscheinlich mit der entscheidendste Faktor.
00:24:52: Es spielt dann nahezu kaum eine Rolle wie man die Wochen vorher trainiert hat.
00:24:56: wenn man schlecht auf die Hitze vorbereitet ist, dann wird man deutlich schlechter verformen und das haben wir auch auf der Ergebnisliste bei den World Games in China gesehen.
00:25:05: dort hatte ein Kanadier an dritten Platz der wirklich richtig gut gelaufen ist, der mehrere Wochen vorher waren sich akklimatisiert hat aber eigentlich nicht zur Weltspitze gehört und andere Spitzenathleten waren weit unten auf der Resultatliste.
00:25:19: Und wenn man mit ihnen gesprochen hat dann haben wir gesagt die haben ab der Hälfte eigentlich errennen abbrechen müssen durch die Hitze.
00:25:24: also das ist ganz klar ein super entscheidender Vertreuer.
00:25:28: Super Sackboy an Blumenstein.
00:25:30: vielen herzlichen Dank fürs Gespräch!
00:25:32: Ja vielen dank ebenfalls.
00:25:33: Wenn sich das Klima verändert und damit Trainings-und Naturräume, dann trifft das logischerweise auch eine wichtige organisatorische Ebene des Sports – nämlich Sportevents.
00:25:44: Ich reise weiter zu meiner dritten und letzten Station!
00:25:55: Auch Rugby Deutschland widmet mit sich dem Thema Klimawandel und entwickelt ein übertragbares Klimaanpassungskonzept für Outdoor-Sportgroßveranstaltungen.
00:26:05: Im Zentrum der Betrachtung stehen die Hamburg Seven Series, die Europameisterschaften im olympischen Siebener Rugby.
00:26:11: Ich freue mich sehr, eine langjährige Nationalspielerin begrüßen zu dürfen, die im Rugby auf einer der zehrendsten Position mit hoher Belastung spielt – nämlich auf der Forward-Position!
00:26:21: Herzlich willkommen, Esther Tegner.
00:26:23: Hallo
00:26:24: Hallo, vielen Dank.
00:26:25: Esther Rugby gilt als eine der körperlich intensivsten Teamsportarten.
00:26:30: Wie erlebst du Spiele oder Turniere bei großer Hitze im Vergleich zu vielleicht etwas milderen Bedingungen?
00:26:37: Ja also auf jeden Fall nochmal deutlich anstrengender.
00:26:40: Also man ist einfach schneller erschöpft.
00:26:43: das auf jeden fall ja eigentlich in allen Belangen einfach schnellere Ermüdung Schnellere Erschöpfung, wenn es so richtig heiß ist.
00:26:52: Schnellen trockenen Mund also.
00:26:53: man nutzt dann auch gerne jede kleinere Unterbrechung um auch mal nochmal Flüssigkeit reinzukriegen.
00:26:59: Genau!
00:27:01: Habt ihr Trinkpausen wie's jetzt vielleicht bei der FIFA-Fußballweltmeisterschaft ist die eingerichtet werden?
00:27:07: Gibt es im Fünfzehnerwakt wie teilweise, wenn das sehr heiß ist.
00:27:11: Dann in der Hälfte auch von der Halbzeit genau.
00:27:14: Jetzt gerade im Sommer spielen wir ja die olympische siebene Variante da geht eine halbzeit nur sieben Minuten und dadurch dass es immer mal zur Unterbrechung kommen kann in den Halbzeiten wo Wasserträger aufs Feld dürfen Gibt es jetzt nicht noch mal extra Wasserpausen?
00:27:30: Wenn eine Halbzeit sehr spielintensiv ist ohne Unterbrechung, dann muss man auch mal sieben Minuten ohne Flüssigkeit durchhalten.
00:27:39: Aber in den meisten Fällen gibt's mal Unterbrechen durch den Spielfluss oder durch eine Verletzung.
00:27:44: Dann darf man auch Wasser oder ähnliches trinken genau.
00:27:49: Bleiben wir doch gleich beim Trinken nochmal!
00:27:50: Welche Rolle spielt für dich Trinkstrategie vielleicht aber auch Ernährungen und Regeneration bei dir persönlich?
00:27:58: Ja, das ist mir auf jeden Fall super wichtig und gerade vor intensiven Trainingswochenenden oder Turnieren.
00:28:09: Es ist total wichtig auch schon die Tage vorher einfach viel zu trinken, auch regelmäßig zu trinken weil es schlecht ist wenn man abends um zwanzig Uhr merkt tuch ich habe ersten halben liter getrunken also auf jeden fall über den tag verteilt.
00:28:20: auch einfach viel trinken ist total Genau.
00:28:24: Aber auch Ernährung, also gerade beim Rugby die Turnierwochenenden, die ich schon erwähnt habe.
00:28:28: Früher war das meistens zwei Tage inzwischen sind die internationalen Turniere aber auch über drei Tage gestreckt.
00:28:33: Das heißt man muss wirklich schauen dass man frühzeitig schon viel Kohlenhydrat und Energie rein bekommt Turniertagen selber zwischen den Spielen.
00:28:43: Immer gut, hydriert bleibt eigentlich immer eine Flasche bei sich trägt auch viel Elektrolyte oder Saftschollen oder ähnliches nimmt also nicht nur Wasser weil wir schwimmen ja durch den Schweiß auch viele Nährstoffe aus die wir wieder reinkriegen müssen.
00:28:56: Und aber auch gerade bei heißen Temperaturen, wo man vielleicht gar nicht so viel Hunger hat trotzdem zu schauen dass man auch regelmäßig etwas wieder zu sich nimmt.
00:29:03: Weil man will ja auch im besten Fall noch beim letzten Spiel was dann im besten fall das Finale am Ende des Wochenendes ist natürlich auch noch die Top-Leistung abrufen können.
00:29:13: Wie ist es mit Regeneration?
00:29:15: braucht es mehr Pausen?
00:29:16: Du meinst wenn's total heiß ist oder...
00:29:19: Ja genau richtig also wenn ihr spielt in einer richtig typischen Hitzephase
00:29:24: Ja, also es kostet auf jeden Fall mehr Energie und braucht dadurch auch eine längere Regenerationsphase.
00:29:31: Definitiv weil einfach der ganze Körper natürlich so an seine Grenzen gebracht wird und Ressourcen was immer toll ist wenn's auf Turnierend schon die Möglichkeit gibt auf Regeneration in Form zum Beispiel von Eisbad.
00:29:45: manche Turniere stellen Fahrräder zur Verfügung, dass man einfach so nochmal ein bisschen Impuls runterbringen kann und auch spielen.
00:29:52: Aber gerade bei der Hitze sind Eisbäder wirklich das Non-Plus Ultra also dass man da einfach kurz nach dem Spiel einmal alle Körperteile reinhängt und wirklich abkühlen kann.
00:30:03: Das ist grade für diese Turniere an denen man dann ja so sechs Spiele spielt total wichtig!
00:30:11: Bojan hat uns vorhin verraten woran er gemerkt hat beim orientierungslauf oh wow jetzt macht mir die hitze wirklich zu schaffen.
00:30:18: wie ist das bei dir?
00:30:19: woran merkst du im spiel selbst dass die hitzer beginnt wirklich die leistungsfähigkeit jetzt auch zu beeinflussen?
00:30:25: ich würde sagen ich merke schon vor allem in der körperlichen Leistungen selber, also dass einfach irgendwann es schwerer wird die volle Geschwindigkeit abzurufen aber auch ein bisschen der Kopf spielt schon eine Rolle.
00:30:40: Also das man teilweise wenn's richtig heiß wird auch einfach ein bisschen verlangsamter ist in Denkprozessen was sehr schwierig ist im Siebener Rugby was extrem schnelles, da muss man eigentlich schon immer angespitscht sein und die ganze Zeit wach sein für mögliche Durchbrüche von den GegnerInnen nicht dauerhaft viel reagieren können.
00:31:00: Da merke ich es manchmal auch, dass einfach die Hitze einem so zu schaffen macht, dass man dann gar nicht mehr so schnell ist im Reagieren.
00:31:08: Aber wie gesagt auch allgemein lässt dann irgendwann die körperliche Kraft auch nach.
00:31:14: Hast du kleinere Tricks oder Routinen, die dir vorhin während eines Spiels helfen sozusagen den kühlen Kopf zu bewahren?
00:31:22: Also auf jeden Fall für so Turnierwochenenden immer eine Flasche in der Hand zu haben.
00:31:26: Klingt blöd, aber man trinkt dann einfach mehr.
00:31:28: also wenn ganz klar ist okay die Flasch wird auch mehrfach am Tag gelehrt, die immer dabei haben im Spiel tatsächlich eher diese kleinen Trinkpausen die ich schon erwähnt habe zu nutzen.
00:31:38: also dass ich nicht sage ok ich warte bis zur Halbzeit auf Teufel kommen raus sondern wenn es mal Unterbrechung gibt sie auch zu nutzen weil man will dann auch nicht in der halbzeit nur flaschen sich rein kippen dann ist er magenvoll und lässt sich das auch nicht so gut rennen.
00:31:49: Und was mir auch hilft in der Hartzeit sind nasse kalte Tücher, kalte Schwämme oder mal ein bisschen Eis.
00:31:58: Einfach in Nacken auf die Handgelenke das einfach auch gesamt der Körper und die Durchblutung einfach mal ein bißchen runtergekühlt wird genau.
00:32:06: Jetzt
00:32:07: haben wir schon gesagt RockBee Deutschland macht schon einiges zu dem Thema Klimawandel.
00:32:12: jetzt geht ganz aktiv das Thema an bei der Hamburg Seven Series.
00:32:17: aber Du bist jetzt beispielsweise neben deiner Tätigkeit als Nationalspielerin ja auch im Nachwuchsbereich tätig.
00:32:24: Welchen Rat würdest du jungen Rugby-Spielerinnen geben, die im Sommer trainieren und spielen?
00:32:30: Auf jeden Fall regelmäßig trinken und vor allem auch essen – das sehe ich im Jugendbereich leider immer wieder, dass gerade in der Sommertournierung.
00:32:38: Ist immer wieder Spielerinnen kostet, sag ich mal.
00:32:40: Die Sonntags dann nicht mehr in der Lage sind zu spielen weil sie am Freitag und Samstag nicht gut für sich gesorgt haben.
00:32:45: also wirklich regelmäßig essen und trinken.
00:32:48: gerade In dem Jugendalter ist es manchmal auch ein schwieriges Thema mit Hunger und Aufregung usw.
00:32:55: aber das muss man wirklich trainieren Weil das einfach dazu gehört dass man eben auch volle Turniere durchspielen kann Gerade auch da wie der Stichpunkt Kohlenhydrate.
00:33:04: Also das kommt manchen vielleicht dann auch komisch vor.
00:33:07: im Wettkampf ist Zucker gut und wichtig.
00:33:10: Man kann es auch in Form von Obst zu sich nehmen, aber auch gerne was einem halt schmeckt an Gummibärchen Schokolade, dass man da einfach Power hat.
00:33:20: Also wirklich so diese Regelmäßigkeit von Essen und Trinken und natürlich so Basics also so viel wie möglich Zeit im Schatten verbringen immer eine Mütze auf haben wenn man in der Sonne ist.
00:33:32: Trinkflasche mit rumtragen, Sonnencreme genauso.
00:33:34: die Basics
00:33:37: Ja, die Basics muss man sich selber erinnern und vielleicht auch manchmal ein bisschen zwingen.
00:33:41: Gerade das mit dem Essen kann ich durchaus nachvollziehen.
00:33:43: wenn es so heiß ist dann hat man vielleicht auch gerade gar nicht so Appetit.
00:33:48: Absolut, genau.
00:33:49: Das bin ich auch dann immer viel und diskutieren mit den Spielerinnen und Spielern.
00:33:53: aber es ist ein Learning, ich glaube das ist ein Learn-Prozess, aber spätestens wenn man mal einen Wochenende vielleicht einen Sonnenstich hatte oder er eben gemerkt hat okay ich bin heute überhaupt nicht leistungsfähig, dann sollte man's auf jeden Fall mitnehmen für das nächste Mal.
00:34:06: also das ist wirklich ja gerade ein sehr wichtiges Thema im Jugendbereich.
00:34:14: Wir sind auch schon bei dir hier bei der Abschlussfrage.
00:34:17: Wenn du einen Wunsch frei hättest, was müsste sich im Rugby ändern damit AthletInnen bei zunehmenden Hitzewellen besser geschützt werden?
00:34:24: Also ich finde viel, es wird auch schon richtig gut gemacht.
00:34:28: Was ich immer wichtig finde gerade für so Wochenend Turniere ist ein kühler Rückzugsort.
00:34:34: also man kennt das aus der Liga da bringt dann eher jeder sein Zelt mit und hat ein bisschen Schatten aber grade so für längere Turniere auf internationalem Niveau.
00:34:43: Es ist einfach super wichtig dass man auch eine Kabine hat irgendein Ort drin wo man wirklich die Hauptzeit verbringt Dass man nur für die Spiele eigentlich wirklich der Hitze ausgesetzt ist fürs Warm-up, aber dass da einfach gut für gesorgt wird und auf jeden Fall Eisbad und Eis zur Verfügung stellen.
00:35:04: Also das sind auch so Basics die ich mir von jedem Ausrichter sage ich mal wünsche im Sommer, dass da alle einfach gut versorgt sind.
00:35:12: Prima!
00:35:12: Ein Eisbad könnte ich jetzt auch gebrauchen.
00:35:14: an dir.
00:35:15: Vielen herzlichen Dank an Esther Tilgner.
00:35:18: Vielen dank für deine Infos.
00:35:20: Ja sehr gerne vielen Dank für die Einladung.
00:35:23: Drei Sportarten, drei sehr unterschiedliche Perspektiven und doch eine gemeinsame Erkenntnis.
00:35:29: Klimawandel ist im Sport keine Zukunftsfrage mehr – er verändert schon heute wie wir trainieren, wie wir Wettkämpfe austragen und wie wir Veranstaltungen organisieren!
00:35:39: Die gute Nachricht ist der Sport bleibt dran, der Sport reagiert mit Ideen Forschung und konkreten Anpassungsstrategien.
00:35:47: Wie immer gilt Bewart einen kühlen Kopf bei Sport und Bewegung im Sommer.
00:35:52: Und bleibt bitte gesund in Sport Deutschland!
00:35:55: Tschüss.
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